30.09.-02.10.2011 - Dummy-Weekend Champoussin

Champoussin 30.09.- 02.10.11 oder
warum Andermatt näher ist und Murmeltiere Oropax tragen

Normalerweise beginnt ein Bericht so: „am Tag X trafen sich XX Hundebegeisterte in XY zum gemeinsamen Training bei schönstem Wetter etc, etc.“

In Champoussin war es anders...

Da kamen X Leute, die bleiben sollten, einer kam, der noch nicht hätte kommen sollen, dafür ging eine, die hätte bleiben sollen und zwei andere kamen, die hät­ten kommen und bleiben sollen, wovon einer, der hätte kommen und bleiben sollen aber nicht bleiben konnte, weil kein Zimmer mehr frei war, wieder ging und dafür blieb eine, die kam um zu bleiben doch tatsächlich bleiben konnte weil eine andere, die kam und eigentlich hätte bleiben sollen aus privaten Gründen nicht bleiben konnte.

Frage: wie viele Leute waren da? Die Antwort findet ihr auf der Rückseite der Website. (Dazu bitte den Monitor drehen!)

Statistisch gesehen haben die Schweizer im Durchschnitt ca.1.5 Kinder. Bei uns waren’s etwa 1.05 Hunde. Der 0.05 Hund hätte problemlos im Zimmer Platz gehabt. Nur, wo hätten wir den 1.0 Hund versorgen sollen? Wurden wir doch bei unserer Ankunft mit den Worten empfangen: „für die Hundebox ist zu wenig Platz im Zimmer und die Hunde dürfen nicht aufs Bett“

Wie bitte hätte das denn gehen sollen? Ein Zimmer bestand fast nur aus Bett und nur ganz we­nig Teppich!

Auch die Architektur war sehr speziell. Jetzt weiss ich, warum die Scheunen so hoch sind: damit man sie umbauen kann um möglichst viele solcher Touristenidioten wie uns bis unters Dach hin­einpferchen zu können (schliesslich bekommen nicht alle Tourismusregionen gleich viele Stüt­zungsmillionen vom Bundesrat). Dies führte dazu, dass einmal nachts P. ihre Beule pflegen musste, weil sie den Kopf an der Decke angeschlagen hat, H. in der überlaufenden Duschwanne ums nackte Überleben kämpfte und B. bei einem Duschversuch mangels geeigneter Vorrichtun­gen die Duschbrause mit den Zähnen halten musste während die Seife am Boden schwamm. Wäre er auf die Schnauze gefallen, kein Mensch hätte etwas bemerkt. Denn die beiden „Haus“-Türen knallten bis um 0430 morgens beinahe im Minutentakt ins Schloss, sodass die ganze Hütte erbebte. Wir erhielten nämlich Besuch von einer wilden, grölenden Horde aus dem Unter­land (dort wo man Röschti mit „eu“ schreibt).

Murmeltiere pfeifen bekanntlich bei Gefahr. Die armen Viecher bei der Herberge wohnen ziem­lich nah am Haus und man hörte rein gar nichts von ihnen. Keinen einzigen Pfiff! Das kann nur eines bedeuten: sie tragen Oropax, „Design Marmotte“.

Damit ich die Hauptsache nicht vergesse: Das Dummy Training war wie immer sehr gut. Diejeni­gen die lernen wollten konnten von Hans und Regula viel profitieren. Wir hatten vier Trainings­plätze zur Verfügung. Die zwei Plätze unterhalb der Unterkunft wurden nur sehr kurz benutzt und waren echt Nahkampftauglich. Das war Hochgebirgsgelände vom Feinsten. Eine Durchschnitts­kuh wiegt ca. 600 Kg und hinterlässt im Sumpfgebiet grosse, tiefe Löcher. Hier gefüllt mit Wasser und Gülle. Wundersamerweise hat nur eine Teilnehmerin einen grossen „Schlappen“ aus diesem aromatischen Gemisch gezogen. Es gibt offenbar doch keine Zufälle!

Allen RGNWS-Neidern, die jetzt schadenfreudig schnöden wollen kann ich nur sagen:

IHR SEID AUF DEM HOLZWEG! Wer erlebt schon so heisse Nächte, hat tagsüber soviel Spass mit seinen Hunden und kann (vor allem) noch lange darüber lachen?

Umso schöner waren die Plätze oberhalb. Dort haben wir die meiste Zeit verbracht. Die Fernsicht war fantastisch und auch die Hunde konnten sich richtig entfalten.

Eines habe ich gelernt. In Champoussin leben einzelne Menschen, die erstens grosse Magier sind, weil sie die Nacht zum Tage machen und aus reiner Luft Geld produzieren können, zweitens leben diese Leute mit Sicherheit nach dem Alten Testament. Dort steht sinnge­mäss “Gott wird Eure Feinde vernichten“ Und das, liebe Leute, hätte Frau Wirtin beinahe geschafft!

Wir haben uns damit getröstet, dass ja das Training und das Wetter gut waren.

Nur: die Sonne scheint auch dort, wo man Röschti mit „ö“ schreibt.

PS: mein Wett-Tipp:   Champoussin war nur Vorbereitung, das nächste Dummy Training findet wohl in Afghanistan statt?

Bruno Stocker mit FINN

 

Last but not least: Wir danken Regula und Hans ganz herzlich für die grosse Anstrengung, die sie unseretwegen un­ternommen haben!!!

 


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Fotos: Bruno Stocker


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Fotos: Sylvie Berger


   

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